Der schnellste Weg, NH's Function Point Analyzer kennen zu lernen, ist mit dem Programm zu arbeiten. Die Kurzeinführung beschreibt die grundsätzliche Arbeitsweise des Programms. Dabei wird die Kenntnis der Function Point Methode und der zugehörigen Fachbegriffe vorausgesetzt.
Zunächst empfiehlt es sich, über den Menüpunkt "Einstellungen -> Projektklassen" einige Projektklassen zu definieren, z.B. Host, Client/Server usw. Die Projektklassen dienen dazu, neue Projekte ähnlichen Projekten zuzuordnen, um eine verlässlichere Aufwandschätzung zu ermöglichen.
Erstellen Sie nun über den Menüpunkt "Projekt -> Neu" ein neues Zählprojekt. Zu Beginn sollten sie eine Neuentwicklung oder eine Anwendung zählen, da Erweiterungsprojekte in der Regel auf einem dieser beiden Zähltypen beruhen.
Wählen sie im Feld Typ eine der vorher eingegebenen Projektklassen aus und geben sie im Fall einer Anwendungszählung den für die Anwendungserstellung angefallenen Aufwand ein, soweit dieser bekannt ist. Sobald Sie die Eingaben durch Druck auf die Taste "OK" bestätigen, können Sie Datenbestände und Funktionen eingeben. Sie können dazu die Menüpunkte "Datenbestand" und "Funktion" benutzen, die Toolbar, die Kontextmenüs oder Tastaturkürzel.
Legen Sie für den Anfang nur einige einfache Funktionen und Datenbestände mit den vorbelegten Werten an. Die verschiedenen Varianten werden später vorgestellt.
Nach Eingabe aller Datenbestände und Funktionen speichern Sie das Projekt ab.
Legen Sie nun ein weiteres Projekt an. Wählen Sie jetzt aber ein Erweiterungsprojekt aus. In der Listbox "Basiert auf", können Sie jetzt das zuvor eingegebene Projekt auswählen. Bei Bestätigung mit "OK" werden die Datenbestände und Funktionen des als "Basiert auf" eingegebenen Projekts angezeigt. Die Funktionspunkte werden alle auf Null zurückgesetzt. Der Status des Basisprojekts wird auf geschlossen gesetzt, damit nicht unbeabsichtigt nachträgliche Änderungen gemacht werden können.
Sie können nun neue Datenbestände und Funktionen anlegen bzw. vorhandene ändern oder löschen. Entsprechend der vorgenommenen Aktion werden die Funktionspunkte für das Erweiterungsprojekt ermittelt. Anschliessend speichern Sie das Erweiterungsprojekt ab.
Um nun die Datenbestände, Funktionen und Funktionspunkte der Anwendung nach der Erweiterung zu erhalten, wird im Menü Projekt eine neue Basis angelegt. Diese Basis beschreibt den neuen Zustand der Anwendung und dient wiederum als Ausgangspunkt für nachfolgende Erweiterungszählungen.
Die prinzipielle Arbeitsweise ist damit beschrieben. Im folgenden werden noch einige wichtige Funktionen im Detail besprochen.
Das Programm kann den aktuellen Stand des gerade bearbeiteten Projekts in definierbaren Zeitabständen automatisch abspeichern. Der letzte abgespeicherte Stand kann, z.B. nach einem Systemabsturz, unter dem Menüpunkt "Projekt -> Öffne Autosave" geladen werden. Die Funktion Autosave wird unter dem Menüpunkt "Einstellungen -> Automatische Sicherung" aktiviert bzw. deaktiviert. Dort kann auch das Zeitintervall für die Sicherungen festgelegt werden.
NH's Function Point Analyzer legt neue Projekte immer mit der Versionsnummer 1 an. Mit dem Menüpunkt "Projekte -> Kopieren" wird ein neues Projekt mit den gleichen Projektdaten, aber einer um 1 erhöhten Projektnummer angelegt. Auf diese Weise können verschiedene Varianten einer Zählung angelegt und bearbeitet werden.
Ist eine weiter gehende Trennung der Zählungen erforderlich, z.B. für verschiedene Abteilungen oder verschiedene Unternehmen, können die Daten in verschiedenen Ordnern verwaltet werden. Der jeweils verwendete Ordner wird unter "Einstellungen -> Ordner definieren" festgelegt. Die Einstellungen für die Function Point Einflussgrößen, die Anzahl Programmzeilen je Function Point, die COCOMO Parameter, die variablen Informationen und die Projektphasen werden in diesen Ordnern jeweils unabhängig voneinander angelegt und getrennt verwaltet. Das Programm arbeitet immer nur mit den Daten des so definierten Ordners.
Mit diesem Menüpunkt werden die Einflussfaktoren für die aktuelle Zählung festgelegt. Als Unterstützung geben Tooltipps Kurzdefinitionen zu den jeweiligen Faktoren an.
Bei der Erstellung einer Erweiterungszählung oder einer neuen Basis, wird das "vorherige" Projekt geschlossen. Damit können die Daten der Zählung nur angezeigt, aber nicht mehr geändert werden. Sind nachträgliche Änderungen erforderlich, kann der Status unter "Projekt -> Status ändern" umgesetzt werden.
Mit der Funktion "Schnittstellen -> Importieren" werden als XML-Datei vorliegende Daten aus einem beliebigen Ordner eingelesen.
Wird ein Datenbestand bei einer Erweiterungszählung als Release relevant gekennzeichnet, werden die für diesen Bestand anfallenden Funktionspunkte berücksichtigt. Wird der Datenbestand als nicht Release relevant gekennzeichnet, werden keine Funktionspunkte für den Datenbestand berücksichtigt. Diese Funktion ist hilfreich, wenn bei Zählung eines Erweiterungsprojekts festgestellt wird, dass bei der zugrunde liegenden Zählung einer Neuentwicklung oder Anwendung ein Datenbestand vergessen wurde, ein Datenbestand zu viel angelegt wurde, oder eine Zusammenfassung mehrerer Datenbestände aufgeteilt werden soll. Ohne die zugrunde liegenden Zählungen nachträglich ändern zu müssen, kann dies so korrigiert werden, ohne dass unzulässigerweise Funktionspunkte anfallen.
Wird ein Datenbestand als Konvertierungsbestand gekennzeichnet, wird er in der aktuellen Zählung berücksichtigt, entfällt aber automatisch bei darauf basierenden Zählungen.
Wird eine Funktion bei einer Erweiterungszählung als Release relevant gekennzeichnet, werden die für diese Funktion anfallenden Funktionspunkte berücksichtigt. Wird die Funktion als nicht Release relevant gekennzeichnet, werden keine Funktionspunkte für die Funktion berücksichtigt. Diese Möglichkeit ist hilfreich, wenn bei der Zählung eines Erweiterungsprojekts festgestellt wird, dass bei der Zählung der der zugrunde liegenden Zählung einer Neuentwicklung oder Anwendung eine Funktion vergessen wurde, eine Funktion zu viel angelegt wurde, oder eine Zusammenfassung mehrerer Funktionen aufgeteilt werden soll. Ohne die zugrunde liegenden Zählungen nachträglich ändern zu müssen, kann dies so korrigiert werden, ohne dass unzulässigerweise Funktionspunkte anfallen.
Wird die Funktion als Konvertierungsfunktion gekennzeichnet, wird sie in der aktuellen Zählung berücksichtigt, entfällt aber automatisch bei darauf basierenden Zählungen.
Funktionen können Datenbestände zugeordnet werden, die von der jeweiligen Funktion genutzt werden. Der Bericht "Nicht verwendete Datenbestände" weißt Datenbestände aus, die keiner Funktion zugeordnet sind und von der gezählten Anwendung demnach nicht benötigt werden.
Folgende Berichte stehen zur Verfügung:
Die verschiedenen Berichtsarten für den Ausdruck lassen sich beliebig miteinander kombinieren.
Es wird der Durchschnittswert von Personentagen je Funktionspunkt für die zugehörige Projektklasse berechnet und daraus ein Schätzwert für die benötigten Personentage für das geöffnete Projekt ermittelt. Es werden nur Projekte berücksichtigt, für die Aufwand eingegeben wurde.
Mit der Methode COCOMO werden die benötigten Personentage ermittelt. Bei der Methode COCOMO Basic wird aus den
mit Hilfe der Einflussfaktoren gewichteten Funktionspunkten auf Basis der ausgewählten Programmiersprache die
voraussichtliche Anzahl von Codezeilen (LOC = Lines of Code) ermittelt. Aufgrund der Komplexität des Projekts
(organic, semi-detached oder embedded) ergibt sich daraus nach COCOMO Basic der voraussichtliche Aufwand.
Bei der Methode COCOMO Post Architecture werden die ungewichteten Funktionspunkte mit den COCOMO Parametern gewichtet.
Hieraus werden auf Basis der ausgewählten Programmiersprache die voraussichtliche Anzahl von Codezeilen (LOC =
Lines of Code) und der voraussichtliche Aufwand ermittelt.
Ein Monat wird dabei mit 20 Personentagen angesetzt.
Die aktuellen Projektkosten werden eingeblendet. Voraussetzung ist, dass in der Funktion Schätzung -> COCOMO Post Architecture eine Programmiersprache ausgewählt wurde und die Lines of Code berechnet wurden. Außerdem müssen Projektkosten in Einstellungen -> Projektphasen eingegeben werden.
NH's Function Point Analyzer speichert die Daten für jedes Projekt in einer eigenen XML-Datei ab. Zusätzlich werden einige Kenngrößen aller Projekte (jeweiliger Name, Funktionspunkte, Aufwand usw.) in der Datei projects.txt zusammen gefasst. In jedem Ordner, der in den Einstellungen definiert wird, wird eine eigene Datei projects.txt angelegt.
Alle in der jeweiligen projects.txt eingetragenen Projekte werden z.B. bei der Funktion "Öffne Projekt" angezeigt und stehen zur Bearbeitung zur Verfügung. Es werden auch genau diese Projekte bei Aufwandsschätzungen und Statistiken berücksichtigt. Wird über den Menüpunkt "Einstellungen -> Ordner definieren" ein anderer Ordner bestimmt, wird ab diesem Zeitpunkt die dort befindliche projects.txt verwendet. Ist im Ordner noch keine projects.txt vorhanden, wird dort eine neue projects.txt angelegt. Um evtl. Inkonsistenzen, z.B. nach Systemabstürzen, zu bereinigen, prüft die Funktion "Datenbasis reorganisieren", ob für alle in der jeweiligen projects.txt aufgeführten Projekte eine XML-Datei mit den Zähldetails vorhanden ist. Existiert keine solche XML-Datei, wird der Eintrag in projects.txt gelöscht.
Hauptfenster:
Falls mehr Informationen gespeichert werden sollen, als vom Programm standardmäßig gespeichert werden (z.B. Projektleiter, Namen der Zähler), können zusätzliche Informationen definiert werden, die ebenfalls mit abgespeichert werden.